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Starker Austausch für Frauen im Kreis Borken

Beim Zusammentreffen der Soroptimistinnen und der Kreislandfrauen im Rahmen von „800 Jahre Frauen im Kreis Borken“ stand der Austausch und das gegenseitige Kennenlernen im Mittelpunkt.

Wir Kreislandfrauen hatten die Gelegenheit, unsere Arbeit vorzustellen: Wer wir sind, wofür wir stehen und was macht uns aus. Besonders wichtig war es uns, unsere Stärke im Bereich Bildung hervorzuheben – denn Bildung ist ein zentraler Bestandteil unseres Engagements.

Darüber hinaus haben wir uns intensiv über die aktuelle Situation in der Landwirtschaft ausgetauscht und wichtige Einblicke sowie Aufklärungsarbeit geleistet.

Die Ausstellung, in der unter anderem Frau Storm (langjährige Vorsitzende der Kreislandfrauen Borken) sowie Ehrenpräsidentin Hedwig Keppelhoff-Wiechert porträtiert sind, läuft noch bis Ende Mai und ist kostenlos zu besichtigen – ein lohnenswerter Besuch!

Ein inspirierender Abend voller Gespräche, neuer Impulse und wertvoller Vernetzung!

Kreislandfrauentag 2026

Erstmalig fand in diesem Jahr die Jahreshauptversammlung unter dem Titel „KreislandFrauentag“ statt. Neuer Name – gleich guter Inhalt. 

Anne Riddebrock begrüßte die zahlreichen Gäste im Namen des Vorstandes und machte auf das „Internationale Jahr der Frau in der Landwirtschaft“ aufmerksam, welches von den Vereinten Nationen für 2026 ausgerufen wurde. Frauen in der Landwirtschaft sind in vielen Bereichen benachteiligt. Sie leisten einen Beitrag zur globalen Ernährungssicherheit, zum Umweltschutz, sorgen für Innovation und Wandel und bleiben doch oft unsichtbar. Ziel ist es, die Arbeit der Frauen in der Landwirtschaft sichtbarer zu machen, die Gleichberechtigung weiter voranzubringen, Netzwerke zu stärken und Weiterbildung zu fördern. Auf Altersarmut und strukturelle Benachteiligungen soll aufmerksam gemacht werden. 

In diesem Jahr konnten die KreislandFrauen die Präsidentin des Deutschen LandFrauenverbandes, Frau Bentkämper, als Rednerin gewinnen. Sie beschrieb ihren Werdegang vom ehrenamtlichen Engagement als Landfrau auf Ortsebene bis hin zu ihrem Amt als Präsidentin des dlv in Berlin. Auf Bundesebene macht sie sich stark für die Hebammenversorgung, den Kampf gegen Gewalt an Frauen, gegen Antifeminismus, für gerechte Entlohnung im Care-Bereich, bessere Pflegeinfrastrukturen, Rentenpunkte fürs Ehrenamt und vieles mehr. Frau Bentkämper fordert mehr Frauen in Macht- und Entscheidungspositionen. Sie ermutigt die Zuhörerinnen, Chancen zu nutzen, mitzugestalten, mutig zu sein und Verantwortung zu übernehmen. Die Sache mit dem Hut Frauen müssen viele Dinge unter einen Hut bringen und stehen oft vor der Entscheidung: „Familie oder Karriere?“ 

Wie das alles zu schaffen ist, ohne selbst unterzugehen, darüber referierte die WDR-Journalistin und Moderatorin Anne Willmes.  Deutlich machte sie die vielfältigen Herausforderungen anhand verschiedener Hüte, die sie den Gästen aufsetzte – vom Sombrero bis zum Partyhut war alles dabei. Frau Willmes sagt: „Der Hut muss nur groß genug sein – und manchmal muss man andere Leute mit unter den eigenen Hut nehmen, die einen unterstützen. Dann läuft es.“ Das Dilemma: Einerseits möchten Frauen gerne erwerbstätig sein, andererseits kommt oft das schlechte Gewissen, weil man nicht voll und ganz für die Familie da sein kann. Aus eigener Erfahrung schildert sie die Zeit, in der sie für ein Reisemagazin unterwegs gewesen sei und sich ihr Mann den Sombrero aufsetzte, um sie zu 100 Prozent zu unterstützen. In jenen Jahren hatte sie selbst den Sombrero gegen eine Baseballkappe getauscht – ein Hut, der für Fokus steht und wenig Raum für anderes lässt. „Nach vier Jahren Reisemagazin habe ich die Baseballkappe wieder abgegeben, weil ich wieder mehr bei meiner Familie sein wollte“, sagt Anne Willmes offen. Ob Frauen sich bewusst dafür entscheiden, zuhause zu bleiben, oder ob sie erwerbstätig sein wollen – das muss jede Familie für sich selbst entscheiden. Oft spielen finanzielle Überlegungen, insbesondere im Hinblick auf die spätere Altersvorsorge, eine entscheidende Rolle. Wichtig sei es, sich nicht von anderen einen Hut aufsetzen zu lassen. Mit dem Hut, den Frau trägt, sollte es bestenfalls allen in der Familie gutgehen. 

Dagmar Vestrick, Geschäftsführerin, erläuterte die positive Verbandsentwicklung mit einem stetigen Mitgliederzuwachs auf aktuell ca. 6.700 Frauen. Mit über 600 Veranstaltungen auf Orts- und Kreisebene zeigen die LandFrauen ihre Bereitschaft, sich für Frauen einzusetzen. Gesucht werden weitere Frauen, die Freude haben sich zu engagieren und für die Vorstandswahlen auf Kreis- und Ortsebene kandidieren. Das Rahmenprogramm gestaltete ein Saxophonquartett. Christiane Gesing verabschiedete die LandFrauen mit herzlichen Worten. „Es war ein interessanter und impulsgebender KreislandFrauentag!“, so eine begeisterte Teilnehmerin.

Schmökerabend – ein rundum gelungener Abend

Schmökerabend im Hotel Coesfelder Tor in Velen: 63 Teilnehmerinnen genossen eine tolle Atmosphäre und jede Menge Inspiration rund ums Lesen. Die Buchhandlung Siebzehn56 aus Velen stellte insgesamt zwölf verschiedene Bücher aus unterschiedlichen Genres vor – von Romanen über Sachbücher bis hin zu Krimis und Thrillern.

In der Pause lud ein leckerer Fingerfood-Imbiss zum Austausch und Verweilen ein, bevor weiter geschmökert und diskutiert wurde. Im Anschluss konnten die vorgestellten Bücher direkt erworben werden.

Fazit: beste Stimmung, spannende Buchtipps und ein Abend, der Lust auf mehr Lesen gemacht hat.

Förderpreis des Fördervereins für die Landwirtschaft 2026 geht an die Jungen Landfrauen Borkenwirthe

Beim diesjährigen Fest der Landwirtschaft im Vennehof in Borken wurde der Förderpreis des Fördervereins für die Landwirtschaft im Kreis Borken verliehen. In der Kategorie Kultur, Soziales und Engagement ging die Auszeichnung an die Jungen Landfrauen Borkenwirthe.

Ausgezeichnet wurde das Projekt „Mit der Kartoffel durch das Jahr“, mit dem die Landfrauen Kindern und Familien landwirtschaftliche Themen anschaulich und praxisnah näherbringen. Mit praktischen Aktivitäten, anschaulichen Erklärungen und spannenden Einblicken in die Landwirtschaft vermittelt das Projekt Wissen auf spielerische Weise und stärkt gleichzeitig das Bewusstsein für regionale Lebensmittel und Nachhaltigkeit.

Die Laudatio auf die Preisträgerinnen hielt Ulrike Bröcker, die das Engagement der Jungen Landfrauen besonders hervorhob.

Herzlichen Glückwunsch an die Jungen Landfrauen Borkenwirthe zu dieser wohlverdienten Anerkennung!