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Digitalisierung ist kein Selbstläufer

30.10.18 Digitalisierung schafft viele neue Chancen für Frauen, hob Katja Cramer, Leiterin des Kompetenzzentrum Frau und Beruf Hellweg-Sauerland, beim ZeLE-LandFrauenforum hervor. So können Kinderbetreuung oder auch die Pflege von Angehörigen viel besser mit dem Beruf der Frau vereinbart werden, wenn diese im Homeoffice arbeiten kann.


Regina Selhorst, Präsidentin des WLLV, erklärte in ihren Grußworten, dass eine Gleichstellung von Stadt und Land beim Breitbandausbau dringend notwendig sei. Aber sie mahnte auch, dass man neben der Digitalisierung die „Gesellschaft 5.0“ nicht vergessen darf. Es gibt Berufe, die lassen sich nicht digitalisieren, so z.B. der Beruf der Hebamme, der im Pflegestärkungsgesetz, gar nicht berücksichtigt wird.

 

Es ergeben sich aber auch neue Erwerbsmodelle für Frauen, berichtete Lukas Underwood von der Agrarsozialen Gesellschaft e.V. Göttingen. Die digitale Selbständigkeit ist eine Chance für Frauen, wird aber häufig nur in geringem Umfang genutzt. So zeigte das Projekt, dass das Einkommensniveau der Frauen in diesem Bereich derzeit in etwa auf gleicher Höhe wie ein 450-Euro-Job ist. Dadurch sind zukünftige Problematiken, wie Altersarmut, nach wie vor ein großes Thema.

 

Mario Hecker, Bürgermeister der Gemeinde Kalletal, stellte die Entwicklung der Dorf-App für Lüdenhausen vor. So kann man hierüber die E-Autos der Gemeinde buchen. Außerdem gibt es einen Kalender, in dem alle Termine der einzelnen Vereine oder Nachbarschaften gelistet sind und man kann den Bürgerbus buchen. Träger der App ist derzeit die Gemeinde Kalletal, ab 2020 ist eine Übergabe an eine Genossenschaft geplant, die ehrenamtlich von den Bürgern der Gemeinde verwaltet wird.

 

Einen Überblick über aktuelle Innovationsprojekte in der medizinischen Versorgung gab Florian Kreker, Projektwerkstatt Gesundheit 4.0, Bielefeld. So gibt es verschiedene Modellprojekte zum Thema e-health. U.a. laufen Projekte, bei denen der Patient eine Hotline anruft, dort entscheiden medizinische Fachangestellte anhand eines Fragenkatalogs, ob und welchen Arzt der Patient benötigt und stellt ggfls. den Kontakt her. Hier ist, nach Ende der Modellprojekte, viel Fingerspitzengefühl gefordert, um für jede Region das passende Modell zu finden.

 

Im Anschluss daran freuten sich die Zuhörerinnen über wertvolle Tipps von Julian Graf, Verbraucherzentrale Düsseldorf, über die Fallstricke beim Kauf im Internet.

 

Höhepunkt der Veranstaltung war das Land-Café. Hier gab es Infos von Einschätzungen von Frau zu Frau. Insbesondere schräge Ideen zu Nutzung der digitalen Chancen waren gefragt.

Einig waren sich alle zum Schluss: Die Digitalisierung ist kein Selbstläufer. Die klassischen Themen bekommen jedoch eine neue Dynamik. Wir trauen uns und nutzen die Chancen!