Landfrauen positionieren sich für mehr Wertschätzung von Lebensmitteln

„Essen hat einen Preis verdient: den niedrigsten.“ Dieser Spruch steht auf der aktuellen Plakatwerbung der Edeka Minden e.G. Und mit diesem Spruch, mit dem Edeka seinen einhundertsten Geburtstag feiern will, disqualifiziert sich der Lebensmittelkonzern selbst.

Egal, ob man diesen Spruch in seiner doppelten Bedeutung mit der Stadt Essen in Verbindung bringt, oder nicht, die Aussage ist immer die gleiche: Billig ist besser. Gleichzeitig wirbt die Handelskette mit einer hohen Qualität ihrer Lebensmittel, doch das geht nicht „billig“.

Wir stellen hohe Ansprüche an unsere Lebensmittel. Frisch sollen sie sein und möglichst viele Nährstoffe sollen sie enthalten, selbstverständlich müssen sie bekömmlich und sättigend sein, und, ganz wichtig: Sie dürfen keine oder nur wenige Schadstoffe aufweisen. Darüber hinaus müssen sie natürlich auch noch gut aussehen und unter dem Aspekt der Nachhaltigkeit produziert werden. Doch mit dem Anspruch auf „billig, billiger, am billigsten“ können die Lebensmittel nicht umweltverträglich, artgerecht und sozial hergestellt sein. 

Für all diejenigen, die Lebensmittel erzeugen, ist der aktuelle Werbeslogan der Edeka eine Klatsche ins Gesicht. Denn Lebensmittel sind ein hohes Gut. Es steckt Energie darin. Energie, die man braucht, um zum Beispiel Getreide anzubauen, um Apfelbäume zu pflanzen oder Gurken zu züchten. Energie, die aus der Natur kommt und vom Menschen. Und diese menschliche Energie besteht aus Ideen, Fachwissen und harter Arbeit. Diese Energie steckt in jedem Apfel, den wir tagtäglich essen, in jeder Kartoffel, die zu Pommes oder Chips verarbeite wird, in jeder Bratwurst und jedem Fleischklops, der auf unserem Teller landet. Und deshalb verdienen Lebensmittel einen Preis, nämlich den Besten.

Wir Landfrauen stehen dafür, dass Lebensmittel wertgeschätzt werden. Dabei geht es nicht nur um die Sicherstellung der Ernährung durch die heimischen Landwirte. Es geht auch um die Wertschätzung der Lebensmittel an sich. Auch die Gesellschaft hat hier eine Verantwortung. Wir Landfrauen im Kreis Minden-Lübbecke stellen uns dieser Verantwortung und machen viele Angebote, um etwas über unsere Lebensmittel zu lernen. Wir bieten Kurse an und gehen in Schulen, wo wir erklären, wie Lebensmittel produziert werden und wie man sie richtig und nachhaltig verarbeitet. Wir Verbraucher müssen unsere  Lebensmittel wieder wert schätzen. Dazu gehört es, einen angemessenen Preis dafür zu bezahlen. Nur wir Verbraucher können gemeinsam mit den heimischen Landwirten ein Zeichen setzten. Ein Zeichen für die Wertschätzung unsere Lebensmittel und deren Erzeuger.

Die Landfrauen im Kreis Minden-Lübbecke empfehlen der Edeka Gesellschaft, sich wieder auf ihre Wurzeln zu besinnen. Ganz nach dem Motto: „Wir lieben Lebensmittel!“

Adventsfeier in Petri-Kirche Petershagen - gestaltet vom Ortsverband Petershagen

280 Landfrauen aus dem Mühlenkreis verbrachten einen gemütlichen Nachmittag in der Petrikirche in Petershagen. Mit Liedern, einem Stehkaffee und einem Vortrag von Lars Cohrs feierten sie ihre traditionelle Kreis-Adventsfeier.

Begrüßt wurden die Landfrauen von Pastor Daniel Brüll. „Ich freue mich sehr, dass sie ihre Veranstaltung hier bei uns abhalten“, erklärte er. „Alle meine Begegnungen mit den Landfrauen im kirchlichen Rahmen haben bleibende Erinnerungen hinterlassen. Ich erinnere mich lebhaft über eine Einführung in die Kunst des Weingenusses. Seitdem weiß ich alles über Wein“, erklärte er. „Ich wünsche ihnen einen wunderbaren Nachmittag und gute und besinnliche Momente bis zum Weihnachtsfest.“

Auch Frauke Lührmann vom Vorstandsteam der Petershäger Landfrauen begrüßte die Landfrauen herzlich. Sie erklärte den Landfrauen, wie es zu dem Ortswechsel von der Kampahalle in die Petrikirche gekommen war: „Bis zum Schluss wurde uns nicht sicher zugesagt, dass die Feier in der Kampahalle stattfinden konnte. Daher boten wir dem Kreisvorstand an, die Adventsfeier in unsere Kirche zu veranstalten. Und jetzt stehen wir hier“, erzählte Frauke Lührmann. „In den letzten Wochen mussten wir ziemlich schnell viele Entscheidungen treffen. Wir mussten viele Ideen und Pläne umsetzen. Aber es hat Spaß gemacht und es hat sich gelohnt“, erklärte sie. Frauke Lührmann fügte noch an, dass die Spende der Kollekte an den Kinder- und Jugendhospiz-Dienst sowie an den Förderverein der Petrikirchen gehen würde. 

Vanessa Fenn und Iris Niermeyer vom Vorstand der Kreislandfrauen bedankten sich herzlich für das große Engagement des Petershäger Ortsvereins. Für die Große Mühe hatten sie kleine Geschenktüten für das Organisationsteam dabei. Für die Adventsstimmung trugen sie den Text „Rieche“ von Beatrice Blank“ vor.

Was wäre eine Adventsfeier der Landfrauen ohne Singen und Kaffeetrinken. Aufgrund der Räumlichkeiten wurde das Adventskaffeetrinken kurzerhand in ein lockeres Stehkaffee umgewandelt. Überall in der Petrikirche waren Stehtische aufgestellt, an denen sich die Landfrauen in kleinen Gruppen trafen, um zu Plauschen und zu Klönen. Durch die Offenheit der Kirche, die statt mit Bänken mit Stuhlreihen ausgestattet ist, gab es für das Kafffeetrinken auch genügend Sitzmöglichkeiten. Bewirtet wurden die Landfrauen von der Diakonie Stiftung Salem, die am hinteren Teil ein Zelt aufgebaut hatten, in welchem das Kuchenbuffett auf die Landfrauen wartete. 

Fürs Singens konnten die Landfrauen die Musikpädagogin Regina Kruse-Mohrhoff gewinnen. Sie erklärte den Anwesenden: „Wir haben für diese Veranstaltung keinen Chor eingeladen. Sie werden unser Chor sein.“ Mit ihrer lockeren Art animierte sie die Landfrauen zum Mitsingen und schaffte es bald, dass die Kirche von hellem Gesang erfüllt war. 

Dann war es endlich Zeit für Lars Chors. Der von NDR1RadioNiedersachsen bekannte Moderator erzählte Geschichten und Anekdoten zum Weihnachtsfest. In seiner Lesung „Oha, du Fröhliche“ machte er einen locker-fröhlichen Rundumschlag der Vorweihnachtszeit. Kindliche Erinnerungen reihten sich an Erlebnisse aus seiner Jugend und Schulzeit. 

„Männer machen ja vier Weihnachtsphasen durch: 1. Du glaubst an den Weihnachtsmann, 2. Du glaubst nicht mehr an den Weihnachtsmann, 3. Du bist der Weihnachtsmann und 4. Du siehst aus wie der Weihnachtsmann. In dieser Phase befinde ich mich grade. Und das ist auch gut so.“ Zum Thema Weihnachtslieder hatte er den guten Rat, sie doch mal mit den Texten von deutschen Schlagern zu singen. Sagte es und probierte es gleich mit den Landfrauen aus. Natürlich erzeugte es viel Gelächter, als diese Helene Fischers „Atemlos“ auf die Melodie von „Oh, du fröhliche“ sangen. Und so ging es weiter mit den Themen Weihnachtsessen („Aachener Printen sind ein als Gebäck missverstandener Baustoff. Sie dürfen die nicht einfach so essen, sonst haben sie plötzlich Zahn am Stil. Besser, sie wässern sie drei Wochen in der Wangentasche.“), Weihnachtsmärkte, Weihnachtsbaum usw. Alles würde abgehandelt und in skurrile, komische und kurzweiligen Geschichten verpackt. Lars Cohrs entließ die Landfrauen gut gelaunt und bestens vorbereitet in die Vorweihnachtszeit.

90 Jahre und kein bisschen leise! - Unser KreisLandFrauentag 2019

Unser neues Programm zum Durchblättern!