"kult" beim Neujahrsempfang 2018 mit Neuwahlen

Überblick:           Jahresrückblick 2017 auf 6 stattgefundene Veranstaltungen
                             Neuwahlen: Vorstand aus 4 Frauen
                             Vortrag und Fragerunde zur Arbeit des „kult“ (=Kultur und lebendige Tradition)

Es waren 22 Personen, die der abendlichen Einladung zum Neujahrsempfang in die Gaststätte Niehuis-Borgheynk gefolgt waren. Beim Imbiss stellte sich schnell eine gesprächig, entspannte Atmosphäre ein. Mit einer von ihr lebendig präsentierten Jahresrückschau (u.a. Pannenkursus und Info-Abend) verabschiedete sich Christiane Niehues als Vorsitzende des Landfrauenortsverbandes Köckelwick. Sie wird auf der Vredener Bezirksebene weiter für den Landfrauenverband tätig bleiben.

Mit kurzen Dankesworten des Kreisvorstandes, ergänzt durch die aktuellen Verbands-Belange vermittelte Birgit Bengfort (Kreisvorstand) die Anerkennung ggü. denjenigen, die das gesellschaftliche Leben vor Ort mitgestalten - als Organisatoren und auch als Teilnehmer.
Frau Bengfort leitete die turnusgemäßen Neuwahlen. In diesem Jahr war nach einer Verbandssatzungsänderung die Wahl eines mehrköpfigen Vorstandsteams möglich. Der Vorstand ließ sich so kurzerhand in einem Wahlgang als nunmehr vierköpfiges Team von der Mitgliederversammlung - geheim und mit einem erfreulich einstimmigen Ergebnis - wählen. (Vorstandsmitglieder: s. Internetseite, Rubrik Vorstand und Kontakt). Den ausscheidenden Vorstandsmitgliedern (Christiane Niehues, Ute Könning, Christiane Wüpping) wurde ein besonderer Dank für ihre Arbeit ausgesprochen.

Frau Corinna Endlich, Leiterin des „kult“ nahm die Einladung als Referentin des Abends an und ergriff so die Möglichkeit, ihre Arbeitsschwerpunkte der letzten Jahre und die Perspektive für anstehende Projekte zu beschreiben. Auf nicht wenige Nachfragen zur Finanzierung und Archivierung hin, erklärte sie die jeweiligen Zusammenhänge und Vorgehensweisen. Dabei wurden auch private Leihgaben angesprochen. Außerdem unterstrich sie anhand von Beispielen die Bedeutung der Aufgabe der Kulturförderung in der Region. Mit einem kleinen Dankesgruß und auch mit Anregungen im Gepäck ließ die interessierte Mitgliederversammlung Frau Endlich in den wohlverdienten Feierabend ziehen, damit sie am nächsten Tag ihre vielfältigsten Aufgaben frisch angehen konnte. Wir Landfrauen Köckelwick danken Frau Endlich für den kurzweilig und interessant gestalteten Abend.

"Zu früh für mich - brauche ich das wirklich?"

Vorsorgevollmacht, Patientenverfügung und Nachfolgeregelungen“: Das waren die Themen, die von den beiden Referenten Christian Rolvering (Rechtsanwalt und Notar; Kanzlei Kohlschein Lütkemeier & Partner, Stadtlohn) und Dr. Peter Wagener (Oberarzt; Klinikum Westmünsterland) sowohl aus juristischer als auch aus medizinischer Sicht erläutert worden sind.

Die Referenten gestalteten den Abend in lockerer Atmosphäre sehr kompakt und interessant. Sie  bezogen die Fragen der Zuhörer in ihren Darstellungen mit ein und konstruierten Beispiele, sodass wir Zuhörer mit konkreteren Vorstellungen zu diesem Themenbereich nach Hause gehen konnten.

Damit dieser Abend auch nachhaltig wirkt, haben wir uns entschieden, in Absprache mit den Referenten den Inhalt an dieser Stelle wie folgt zusammenzufassen:

(Mitschrift vom 07.11.2017, keine rechtliche Beratung, nicht vollständig!)                                                                    

 

 

Regelungen für den Fall, dass ich persönlich nicht mehr aktiv Entscheidungen äußern und durchsetzen kann

(grundsätzlich sinnvoll bei Volljährigkeit)

Lebzeitige Regelungen

Regelungen für den eigenen Todesfall

Vorsorgevollmacht/

(Generalvollmacht)

Patientenverfügung

 

Testament

Erbvertrag

Betrifft die Bevollmächtigung  bestimmter Personen:

·          Einzelperson

·          Mehrere Personen regeln zusammen nach Einigung

·          Einzelperson und Ersatzperson werden bestimmt, jeder darf ggf. alleine entscheiden

·          Unterschiedliche Bevollmächtigte für medizinischen und wirtschaftlichen Bereich möglich

·          Sogar die Verpflichtung der Rücksprache mit einem Spezialisten kann festgelegt sein (auf Praxistauglichkeit achten)

·          Bei Fehlen einer plausiblen Vorsorgevollmacht wird nicht selten ein gerichtlich bestellter Betreuer bestimmt.

Betrifft die Festlegung des eigenen Willens

·          Beratung hier sinnvoll! „Mutmaßlicher Wille“ sollte durch möglichst umfangreich gewählte Beispiele erkennbar sein

·          Es reicht nicht, allgemein zu schreiben (zum Beispiel): ….wenn der Sterbeprozess eingesetzt hat….

 

 

Hier keine weitere Erläuterung

privat

notariell

privat

notariell

privat

notariell

notariell

möglich,

(s. u. Internet-adressen /

Unterstützung auch durch div. Einrichtungen möglich)

notwendig bei:

·          Änderungen im Handelsregister

·          Änderungen im Grundbuch

·          Darlehensaufnahme

 (Bankvollmachten extra regeln!)

Sinnvoll bei Unternehmen

möglich,

(s. u. Internet-adressen /

Unterstützung auch durch div. Einrichtungen u. Hausärzte möglich)

möglich, auch im Zusammenhang mit einer Vollmacht

möglich, muss bestimmte Form-voraussetzung erfüllen

Nachteil:

Wie stelle ich sicher, dass dieses Testament zur Geltung kommt?

In Grundbuch- und Handelsregisteran-gelegenheiten und bei bestimmten Bankangelegenheiten wird Erbschein benötigt, (Kosten wie notar. Testament)

 

Vorteil:

Beratung/ Hinterlegung bei Gericht

 

 

Gültigkeit:

·          Grundsätzlich nur im Original gültig/Bevollmächtigter muss im Zweifel im Besitz des Dokumentes (Vollmacht) sein.

·          Im Außenverhältnis (ggü. Dritten):

Vom Zeitpunkt der Ausstellung an

·          Im Innenverhältnis:

Beim Eintreten der Vollmachtsbedingung

(Bei Missbrauch entsteht Schadensersatzpflicht)

·          Für notwendige Bankgeschäfte gilt die Vollmacht bis zur Testamentseröffnung

·          Auch die notarielle Vollmacht wird in die Hände des Vollmachtgebers  gegeben, ist aber registriert. Auch diese Vollmacht muss im Bedarfsfall vom Bevollmächtigten vorgelegt werden.

·          Aber: In der anonymen Gefahrensituation (z.B. Verkehrsunfall) ist der Notarzt i.d.R. zur Rettung des Lebens verpflichtet.

 

Gültigkeit:

Im Todesfall

 

Registrierung der Vollmacht, in der auch die Patientenverfügung erwähnt ist, möglich (rel. geringes Entgelt):

Zentrales Vorsorgeregister der Bundesnotarkammer

 

 

Alle Regelungen sollten nach Veränderungen der Verhältnisse oder aber in größeren Zeitabständen auf Stimmigkeit kontrolliert, geändert oder zumindest noch einmal unterschrieben werden.

Mehrseitige private Dokumente sollten zusammengetackert und bestenfalls auf jeder Seite unterschreiben sein.

 

 

Nähere Informationen und Muster zu Vorsorgevollmachten  und Patientenverfügungen sind u.a. bei folgenden Adressen zu finden:

www.bmjv.de

(Muster Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung des Bundesministeriums für Justiz)

www.dbk.de

(Muster Christliche Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung der Deutschen Bischofkonferenz)

Fazit:

In der heutigen Zeit sollte sich jeder volljährige Mensch mit der Thematik auseinandersetzen. In der Anonymität großer Kliniken sind Patientenverfügungen und, noch wichtiger, Vorsorgevollmachten nicht mehr wegzudenken. Greift eine Patientenverfügung aufgrund formaler oder inhaltlicher Mängel nicht, müssen die Ärzte die eingesetzten Bevollmächtigten bei der Erkundung des „mutmaßlichen Willens“ des Patienten mit einbeziehen.

Die Vorsorgevollmacht regelt über die medizinischen Belange auch weitreichende wirtschaftliche Befugnisse, um die laufenden Familien- oder Geschäftsangelegenheiten erledigen zu können. Weiterreichende Geschäfte bedürfen oft der notariellen Vollmacht.

Zitate des Abends:

„ Die Vorsorgevollmacht ist die Pflichtübung, die Patientenverfügung die Kür.“

„ Man stirbt nicht früher, weil man eine Nachfolgeregelung getroffen hat“, (-J aber vielleicht ruhiger).

Die LandFrauen Köckelwick danken den beiden Referenten für diesen sehr informativen und dennoch lockeren  Abend.